Einleitung

Im Jahre 1998 bot sich der Heimatforscher Anton Biwer an, die Geschichte der Feuerwehr Waldweiler zusammenzufassen. In den folgenden Jahren hat er unermüdlich Unterlagen gesammelt. Im Jahre 2000 verstarb er plötzlich und unerwartet. Sein Bruder Eduard Biwer nahm sich dieser Aufgabe an – sichtete die bereits vorhanden Unterlagen, befragte Zeitzeugen, fuhr zum Landesarchiv Koblenz und Kreisarchiv Trier und nahm Kontakt zum Französischen Archiv in Colmar auf. So konnte er das begonnene Werk von Anton Biwer fortführen.

Natürlich ist es unmöglich, 120 Jahre Feuerwehrgeschichte lückenlos darzustellen.

Im Jahre 2001 beschloss die Freiwillige Feuerwehr Waldweiler das Verbandsgemeinde Feuerwehrfest im Jahr 2003 auszurichten. Anlass hierzu waren die Jubiläen zum 75-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr und zum 25-jähriges Bestehen der Jugendfeuerwehr.


Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler

Die Angst der Menschheit vor Feuersbrünsten ist so alt wie die Menschheit selbst. Brand- und Naturkatastrophen wurden im 19. Jahrhundert auf der Basis der Nachbarschaftshilfe und der gemeindlichen Hilfe bekämpft. So half die gesamte Bevölkerung mit, indem sie vom Dorfbrunnen aus eine Menschenkette bildeten und so das Wasser eimerweise zum Brandherd beförderten.

Um sich dem Schadenfeuer gegenüber irgendwie geordnet zur Wehr zu setzen, wurden sogenannte Feuerlöschordnungen erlassen, die Bestimmungen zur Verhütung von Feuersgefahr, über die erforderlichen Löschgeräte und über die Verhaltensregeln beim Löschen und nach dem Löschen eines Brandes enthielten. So sollte nach der Feuerlöschordnung für den Regierungsbezirk Trier vom 02. Juni 1837 „dahin gestrebt werden, daß in allen größeren Ortschaften, sofern es die Mittel der Gemeinde gestatten, sich eine Feuerspritze befinde.“ Ebenso sollte zu jeder Gemeindefeuerspritze ein Brandcorps errichtet werden. Für die Gemeinde Waldweiler ist erstmalig belegt, dass im Frühjahr 1882 eine Feuerspritze für 750 Mark beschafft, und die Gemeindevertretung am 04.08.1882 beschlossen hatte, sofort mit dem Bau eines Spritzenhauses zu beginnen. Zuvor – am 16.07.1882 – wurde Reinhard Barbian zum Spritzenverwalter bestimmt und der Bedienungsmannschaft der Feuerspritze bei deren Probe ein Fäßchen Bier bewilligt. Allerdings handelte es sich damals um eine Pflichtfeuerwehr, denn nach besagter Feuerlöschordnung war jeder diensttaugliche männliche Einwohner einer Gemeinde von 16 bis 60 Jahre verpflichtet, seinen Dienst im Brandcorps zu leisten. Diese Pflichtfeuerwehren hatten größtenteils bis Anfang des 20. Jahrhunderts Bestand. Erst in den 1920/1930-er Jahren entwickelten sich auf breiter Front in den Gemeinden Freiwillige Feuerwehren. Am 31.12.1925 gab es im Landkreis Trier 44 Freiwillige Feuerwehren. Dazu gehörte als einzigste Feuerwehr der damaligen Bürgermeisterei Kell die Gemeinde Schillingen; in allen übrigen Gemeinden – somit auch in der Gemeinde Waldweiler – bestand demnach noch eine Pflichtfeuerwehr.

Zur Beaufsichtigung des Feuerwehrwesens ist am 1. Juni 1925 ein Kreisbrandmeister angestellt worden, der eine jährliche Dienstaufwandsentschädigung von 1.500 RM erhielt. „Der Kreisbrandmeister hat darüber zu wachen, daß in den einzelnen Gemeinden jederzeit ausreichende Feuerlöscheinrichtungen und Gerätschaften vorhanden sind und diese sich in gutem gebrauchsfähigem Zustande befinden. Außerdem hat er sich von der gehörigen Ausbildung und der Diensttätigkeit der Feuerwehren in den Gemeinden des Kreises zu überzeugen. Er ist ferner verpflichtet, den Gemeindebehörden und den Feuerwehren des Kreises in Angelegenheiten des Feuerwehrwesens mit Rat und Tat zu helfen und bei der Einrichtung, Beschaffung, Instandhaltung und Verbesserung ihrer Feuerlöscheinrichtungen beizustehen.“

Zu dieser Zeit befasste sich der Gemeinderat von Waldweiler mehrmals mit dem Feuerwehrwesen. So erklärte sich die Gemeindevertretung in der Sitzung vom 10.09.1926 damit einverstanden, dass Bernhard Marx Brandmeister wird. Ab 01.04.1928 wurde dem Spritzmeister Mathias Lichtmes eine jährliche Vergütung von 20 Mark bewilligt. Des weiteren wurden in der Sitzung vom 17.04.1928 die folgenden Festlegungen getroffen:„Dafür muß Lichtmes die Spritze sowie alle Feuerwehrgerätschaften in Stand halten sowie auch das Einölen der Spritze besorgen. Öl = Petroleum wird von der Gemeinde geliefert. Der Gemeindevorsteher wird beauftragt, das Tor im Spritzenhaus reparieren zu lassen sowie eine Brandleiter anfertigen zu lassen. Dieselben sollen mit einem Schloß versehen und nur in Notfällen nach Befragen beim Gemeindevorsteher verliehen werden.“

Aus diesen Sitzungsprotokollen kann abgeleitet werden, dass der zum Brandmeister ernannte Bernhard Marx und der erwähnte Spritzmeister Mathias Lichtmes der Pflichtfeuerwehr angehörten, da sämtliche Angelegenheiten in Bezug auf das Feuerwehrwesen durch die Gemeindevertretung beschlossen bzw. veranlasst wurden. Gestützt wird diese These durch das Gemeindeprotokoll vom 30.08.1930, wo es unter dem Tagesordnungspunkt „Pflichtfeuerwehr – Brandmeisterstelle“ heißt: „Vor etwa 2 – 3 Jahren wurde Bernhard Marx von der Gemeindevertretung zum Brandmeister gewählt. Wir bitten um Aufklärung über den Stand der Angelegenheit, da bis heute in Bezug auf Pflichtfeuerwehr nichts erfolgt ist und bitten dringend diese Angelegenheit umgehend zur Erledigung zu bringen.“Das Beschlussbuch von Waldweiler bleibt uns die Antwort auf die Frage der Organisationsform der Feuerwehr schuldig. Allerdings legt die vorgenannte Formulierung die Vermutung nahe, dass bis Dato noch eine Pflichtfeuerwehr in Waldweiler bestand, und man offensichtlich bestrebt war, hinsichtlich der Organisationsform eine Klärung herbeizuführen.

Weder im Kreisarchiv, noch in den Beständen des damaligen Landkreises Trier beim Landeshauptarchiv Koblenz konnten Unterlagen zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler gesichtet werden. Ein Großteil der Archivbestände des Landkreises Trier wurde durch den 2. Weltkrieg zerstört. Lediglich die Archivbestände der Bezirksregierung Trier beim Landeshauptarchiv Koblenz enthalten Angaben zum Feuerwehrwesen. Die in Frage kommenden Akten sind vollständig erfasst, jedoch reichen sie über das Jahr 1934 nicht hinaus. Diese Akten beinhalten die Anträge zur Gründung der freiwilligen Feuerwehren im Regierungsbezirk Trier der Jahre 1926 bis 1934. Mit Ausnahme der Gemeinde Schillingen ist keine Gemeinde des ehemaligen Amtsbezirkes Kell dort aufgeführt. Demnach ist die Freiwillige Feuerwehr Waldweiler erst nach 1934 gegründet worden. Da keine schriftlichen Unterlagen zur Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler vorhanden sind, besteht lediglich die Möglichkeit, das Gründungsjahr aufgrund von Aussagen aus der Bevölkerung zu bestimmen. Hier kommt der Aussage des einzigen noch lebenden Gründungsmitgliedes Nikolaus Adams größte Bedeutung zu. Nach dessen Angaben fand die Gründungsversammlung zur Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler auf Betreiben des Amtswehrführers der Bürgermeisterei Kell, Karl Geisen aus Schillingen, im Jahre 1935 statt. Wie Nikolaus Adams weiter zu berichten weis, übernahm August Lichtmess das Amt des Brandmeisters; er leitete die Feuerwehr bis in die Kriegsjahre hinein. Erstmals datiert ein schriftlicher Beleg über die Existenz der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler aus dem Jahre 1941. Im Wasserbuch der Gemeinde Waldweiler ist belegt, dass vom August 1941 bis April 1942 die Einrichtungen der Wasserversorgung durch die Freiw. Feuerwehr gewartet (Begehung und Spülung der Hydranten) wurden.

Abschließend kann nach heutigem Wissensstand festgehalten werden, dass die Freiwillige Feuerwehr Waldweiler mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Jahre 1935 gebildet wurde, und das Feuerwehr- wesen im Allgemeinen in der Gemeinde Waldweiler auf eine 120-jährige Geschichte zurückblicken kann.

In den Anfangsjahren war die Freiwillige Feuerwehr mit technisch nur sehr einfachen Geräten ausgerüstet. An Geräten waren vorhanden: Feuerspritze (Handpumpe), Brandleiter, C-Schläuche, Ledereimer und Einreißhaken. So stand die Freiw. Feuerwehr Waldweiler der großen Brandkatastrophe im Januar 1941 auch hilflos gegenüber, als am Vormittag eines Wintertages das „Hermeshaus“ (ehemaliges Anwesen Welte in der Schulsstraße) abbrannte. Das Stallgebäude brannte bis auf die Grundmauern ab; selbst der Wohnbereich war so in Mitleidenschaft gezogen, dass die Familie Zender-Holzschuh mit 4 Personen vorläufig anderswo Unterkunft beziehen mussten. 

Während des 2. Weltkrieges wurde die Freiw. Feuerwehr in dezimierter Stärke aufrechterhalten, wobei alle nicht zur Wehrmacht eingezogenen Männer zum Dienst verpflichtet waren. Nach den Kriegswirren des 2.Weltkrieges wurde ein Neuaufbau der Feuerwehr erforderlich, welcher geprägt war vom Besatzungsstatut der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die französische Besatzung wollte dadurch eine politische Säuberung bzw. Entnazifizierung des öffentlichen Lebens erreichen. So durfte laut Verordnung der Besatzungsmacht je 100 Einwohner nur ein Feuerwehrmann in einer Feuerwehr dienen. Das bedeutete für Waldweiler, dass die Feuerwehr lediglich aus sieben Mann bestand. Da ein großer Teil der Gründungsmitglieder im Krieg gefallen war oder sich noch in Kriegsgefangenschaft befanden, wurden nach Angaben von Alois Adams durch die französische Militärregierung die folgenden Personen in die Feuerwehr berufen: Alois Adams, Peter Hammerschmitt (er verstarb, für ihn kam später Peter Klas hinzu), Adam Philipps, Alban Thielen, Nikolaus Treinen, Peter Wagner-Beck und Johann Wagner-Hoffmann. Erst mit dem Erlass des Landesgesetzes über das Brandschutzwesen und der dazu ergangenen Landesverordnung im Jahre 1950 formierten sich wieder die Freiwilligen Feuerwehren. 

Zur Situation der Feuerwehren in den Nachkriegsjahren heißt es im Verwaltungsbericht des Landeskreises Trier von 1956: „Nach Beendigung des 2. Weltkrieges befand sich das Feuerlöschwesen im Landkreis Trier in einem trostlosen Zustande. Fast sämtliche Löschgeräte und Armaturen waren abhanden gekommen oder befanden sich in einem unbrauchbaren Zustand. Die Gerätehäuser waren zum Teil durch Kriegseinwirkungen zerstört oder beschädigt und die freiw. Feuerwehren bestanden praktisch nur noch dem Namen nach. In zäher Kleinarbeit der Wehrführer und einiger älterer Feuerwerhmänner wurden nach und nach die Wehren wieder aufgestellt. Geräte konnten vorerst nicht beschafft werden, da die deutschen Feuerwehrgerätefabriken ihre Produktion noch nicht aufgenommen hatten. Erst nach der Währungsreform konnten einzelne Geräte und Schlauchmaterial beschafft werden. Durch das Landesgesetz über das Brandschutzwesen vom 11.5.1949 und durch die Landesverordnung zur Durchführung des Landesgesetzes über das Brandschutzwesen vom 3.5.1950 wurden die Gemeinden als Träger  des Feuerlöschwesens bestimmt. Die Gemeinden haben sich in den folgenden Jahren mit großem Ernst dem Aufbau der Feuerwehren gewidmet. Im Jahre 1951 fand der erste Kreisfeuerwehrtag des Landkreies Trier in Hermeskeil statt, an dem etwa 700 Feuerwehrmänner – teilweise schon uniformiert – teilnahmen. Durch die großzügige Uniformbeschaffungsaktion des Landesamtes für Brandschutz in den Jahren 1952 und 1953 konnten etwa 1500 Feuerwehrmänner des Kreises mit Uniformen ausgestattet werden. Die Anschaffungskosten wurden je zur Hälfte vom Landesamt für Brandschutz und den Gemeinden getragen.“

Im Januar 1951 bestand die Freiw. Feuerwehr Waldweiler aus einem Feuerwehrmann mittleren Dienstgrades und aus 17 Feuerwehrmännern unteren Dienstgrades. Das Amt des Brandmeisters hatte Johann Wagner-Hoffmann (Großvater von Guido Wagner). Unter seiner Führung erhielt die Freiw. Feuerwehr einen neuen Aufschwung. So wurde 1951 innerhalb der Feuerwehr der Spielmannszug der Freiw. Feuerwehr gegründet, der den ersten offiziellen Auftritt unter dem Dirigentenstab von Viktor Götten im Jahre 1954 hatte. Diese kulturelle Bereicherung für den Ort sollte in dieser Konstellation über 15 Jahre bestand halten.

Bereits 1952 gehörten der Freiw. Feuerwehr Waldweiler 31 Mann an, wie die Brandschutzordnung der Gemeinde Waldweiler vom 25. Nov. 1952 belegt.

An Löschgeräten waren vorhanden:

  • 1 Handdruckspritze
  • 1 Schlauchwagen
  • 1 Sanitätskasten
  • 90 m C-Schlauch
  • 2 B-Strahlrohre
  • 2 C-Strahlrohre
  • 2 Leitern
  • 1 Dachleiter

Am 03.04.1955 beschloss der Gemeinderat 10 Stahlhelme und 20 Uniformen anzuschaffen. Mit der Anfertigung der Uniformen wurden die beiden Schneider des Ortes (Johann Hewener und Willibrord Zender) beauftragt. Im Rahmen der anlässlich der Landesfeuerwehrtagung in Bad-Kreuznach beschlossenen zentralen Beschaffung von Tragkraftspritzen für den Landkreis Trier-Land erhielt die Freiw. Feuerwehr Waldweiler am 12.06.1956 (Tag der Lieferung) ihre erste Motorspritze (TS 8) zum Preis von 3.676,89 DM. Ein halbes Jahr später, am 20.01.1957 wird Johann Wagner zum Oberbrandmeister befördert und Peter Zender – Adams (Vater von Marlene Schneider und Peter Zender) zum neuen Wehrführer bzw. Brandmeister gewählt.

Im Januar 1958 waren folgende Gerätschaften vorhanden:

  • 1 Motorspritze TS 8
  • 1 Handdruckspritze
  • 1 Hydranten-Schlauchkarren
  • 2 Rauchmasken
  • 31 Uniformen
  • 300 m C-Schlauch

In der Zeit vom 14. – 16. Juni 1958 war die Freiw. Feuerwehr Waldweiler Ausrichter des Amtsfeuerwehrfestes. Da das aus dem Jahre 1882 stammende Spritzenhaus nicht mehr den damaligen Anforderungen entsprach, beschloss der Gemeinderat, ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Trockenturm, Einstellplatz für ein Feuerwehrfahrzeug und Nebenräumen zu errichten. Die Baukosten waren damals mit 20.000 DM veranschlagt. Während die Baukosten im Kostenrahmen blieben, entsprach der Landeszuschuss von 4.000 DM nicht den Erwartungen, so dass die Gemeinde zur Finanzierung der noch auszuführenden Restarbeiten am Feuerwehrgerätehaus am 23.07.1959 einen Sonderhieb aus dem Gemeindewald für den Holzverkauf beantragen musste. Zwei Jahre später - am ersten August-Wochenende 1961 - feierte man, verbunden mit dem zehnjährigen Bestehen des Spielmannszuges, die Einweihung des neuen Gerätehauses. Nach der kirchlichen Einsegung durch Pater Leo Nathrath übergab Ortsbürgermeister Peter Hoffmann dem Wehrführer Peter Zender den Schlüssel des neuen Gebäudes, das damit endgültig seiner Zweckbestimmung übergeben war. Im Oktober 1961 wählten die Mitglieder der Freiw. Feuerwehr Waldweiler Josef Gubernator zu ihrem neuen Wehrführer. Mit dieser Ernennung erklärte sich die Gemeindevertretung in der Sitzung vom 09.11.1961 einverstanden. Unter seiner Führung wurden viele Nachwuchskräfte ausgebildet. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Gemeinderat der Fortbildung und Ausstattung der Wehrleute aufgeschlossen gegenüber stand. Sie stimmte am 22.12.1961 der Entsendung des Wehrführers und seines Stellvertreters zu einem Lehrgang der Landesfeuerwehrschule in Kirchheimbolanden zu und übernahm bereitwillig die Kosten für Fahrt, Verpflegung und Verdienstausfall. Ebenfalls stellte sie im darauffolgenden Jahr (Beschluss vom 25.07.62) die notwendigen Mittel für die Anschaffung von 10 Dienstkombinationen mit Mütze, 10 Koppeln und 4 Tuchanzügen zur Verfügung. Anlässlich einer Inspektion am 26.11.1962 wird der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler einen gut gepflegten Zustand der Löschgeräte bescheinigt. Weiterhin heißt es in dem Bericht.„Die Feuerwehr kann mit den vorhandenen Geräten nachbarliche Löschhilfe gewähren und kann nach der Indienststellung des Tragkraftspritzenfahr-zeuges als Stützpunktwehr angesehen werden. Wenn das bestellte Tragkraftspritzenfahrzeug geliefert und in Dienst gestellt ist, fehlen noch etwa 100 m B-Schläuche und einige Atemschutzmasken (Vollsichtsmasken). Der Schlauchbestand von zur Zeit 60 m B-Schläuchen reicht nicht aus, um eine Brandbekämpfung mit Motorspritze durchzuführen.“ So wurde noch im gleichen Jahr ein schweres Atemschutzgerät angeschafft. Im Rahmen einer Zuschussaktion wurde die Ausstattung auf drei Pressluftatmer erweitert. Was das Tragkraftspritzenfahrzeug betrifft, sollte zunächst ein Anhänger angeschafft werden. Jedoch revidierte der Gemeinderat in der Sitzung vom 22.12.1961 diesen Beschluss. An Stelle des Tragkraftspritzenanhängers sollte nunmehr ein Löschfahrzeug beschafft werden. Der Grund für diesen Sinneswandel lieferte ein Schreiben der Freiw. Feuerwehr Waldweiler vom 19.12.1961, in dem es heißt,“dass ein Anhänger nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht und daß eine schnelle und erfolgreiche Brandbekämpfung nicht sicher gestellt werden kann.“Damit den Gemeindevätern die Abstimmung leichter fällt, erklärte sich die Feuerwehr bereit, zur Finanzierung ein Zuschuss von 2000 DM beizusteuern. Weiterhin sollte auf Wunsch der Gemeindevertretung eine 50%ige Beihilfe aus Mitteln der Feuerschutzsteuer beitragen. Letztendlich verzögerte sich die Anschaffung um eineinhalb Jahre, da eine Förderung nicht erreicht werden konnte. Erst am 04.02.1963 erwarb man ein Gebrauchtfahrzeug (Tragkraftspritzenfahrzeug, TSF Fabrikat Ziegler) für rd. 10.300 DM.

Vom 04. – 06. Juni 1966 war die Freiw.Feuerwehr Waldweiler Ausrichter des Amtsfeuerwehrfestes der Bürgermeisterei Kell. Lobend wird die gute Vorbereitung und Organisation sowie eine bemerkenswert starke Anteilnahme der Bevölkerung an den Veranstaltungen in der Presse erwähnt. In der Wehrleiterbesprechung wurden in Anwesenheit von Amtsbürgermeister Justen, Amtsbrandmeister Endres und Kreisbrandinspekteur Wagner Fragen der Ausrüstung und der Ausbildung behandelt.

Am 27.01.1970 waren die folgenden Gerätschaften verzeichnet:

  • 1 Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-T
  • 1 Motorspritze TS 8
  • 1 Hydranten-Schlauchkarren
  • 3 Presslufthammer
  • 3 St. A-Schläuche
  • 2 Rauchmasken
  • 16 Uniformen
  • 13 St. C-Schläuche
  • 16 St. B-Schläuche

Im Dezember 1972 wurde Karl-Heinz Stein zum neuen Wehrleiter bestellt. Unter seiner Führung wurde im Jahre 1974 zum dritten Mal das Amtsfeuerwehrfest in Waldweiler ausgetragen. Am 01.01.1975 sind die Aufgaben des Brandschutzes von der Ortsgemeinde auf die Verbandsgemeinde übergegangen. Die Verwaltung der Freiwillligen Feuerwehr Waldweiler liegt seitdem in der verantwortlichen Regie der Verbandsgemeinde Kell am See. Noch vor diesem Aufgabenübergang hatte der Gemeinderat die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges beschlossen und hinsichtlich der Finanzierung alles perfekt gemacht. Im Rahmen einer Verbilligungsaktion wurde im Mai 1975 das Fahrzeug vom Typ TSF Ford Transit, für 22.000 DM erworben, wobei sich das Land mit einem Zuschuss in Höhe von 50 % beteiligte. Durch das neue Fahrzeug wurde die Attraktivität der Feuerwehr für den Nachwuchs enorm gesteigert. Als bis zum Frühjahr des folgenden Jahres mehrere Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren in die Feuerwehr eintraten, dachte man bereits über die Gründung einer Jugendfeuerwehr nach.

1976 übernahm Herbert Thielen das Amt des Wehrführers, Hermann Zender wurde Stellvertreter. 1977 erhielt die Freiw. Feuerwehr Waldweiler 30 Uniformen. Die Anschaffungskosten wurden zu je einem Drittel vom Land und der Verbandsgemeinde und das restliche Drittel durch einen Eigenanteil der Wehr getragen. Auch der Gemeinderat unter dem Vorsitz von Ortsbürgermeister Kurt Beiling zeigte sich erkenntlich, und hatte zu dem Eigenanteil der Feuerwehr bereitwillig einen Zuschuss in Höhe von 50 % bewilligt. Ein Jahr später veranstaltete man aus Anlass des 50-järigen Bestehens ein großes Zeltfest. Unter der Führung von Herbert Thielen wurde 1978 die dritte Jugendfeuerwehr im Landkreis Trier-Saarburg gegründet und am 15. August beim Deutschen Jugendfeuerwehrverband angemeldet. Die Jugendlichen wurden damals von dem Jugendwart Werner Mencher behutsam an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt.

Am 22.02.1983 sollten die Feuerwehrleute den wohl größten Brandfall seit ihrer Gründung bekämpfen. Der Sirenenalarm ertönte gegen 21.40 Uhr. Im Wohnhaus der Familie Kaufmann in der Mühlscheider Straße war ein Feuer ausgebrochen. Als die Feuerwehr eintraf, wüteten die Flammen bereits im Dachstuhl des alten Scheunentraktes. Die Feuerwehr Waldweiler war mit ca. 12 Mann im Einsatz. Angesichts der Witterung schien es nahezu aussichtslos, den Kampf gegen die Feuersgluten zu bestehen. Eisige Kälte und durch den vorherrschenden sehr starken Ostwind griffen die Flammen auch auf das angebaute Wohnhaus über. Von den Feuerwehrkameraden wurde der größtmögliche körperliche Einsatz abverlangt. Dank der Unterstützung der Wehren aus den Nachbargemeinden – insgesamt befanden sich ca. 50 Feuerwehrmänner im Einsatz - konnte zumindest ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbarhäuser verhindert werden. Einschließlich der Brandwache waren die Feuerwehrkameraden bis in die Morgenstunden im Einsatz. Zum Glück sind keine Personen zu Schaden gekommen, da sich alle im Haus befindlichen Personen rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Der Schaden war so groß, dass das Gebäude von Grund auf neu errichtet werden musste und die Familie mit sieben Personen eine Mietwohnung beziehen musste.

Erstmalig fand im Februar 1984 die Jahresversammlung der Feuerwehrkameraden im Schulungsraum statt. Dankenswerter Weise hatte die Verbandsgemeinde der Feuerwehr entsprechende Räumlichkeiten im Gebäude der Grundschule zur Verfügung gestellt, so dass in Eigenleistungen ein Schulungsraum eingerichtet werden konnte. Im gleichen Jahr wechselte die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler. Werner Adams wurde zum Wehrführer, und Alois Zender zum stellv. Wehrführer ernannt. Verbunden mit dem Verbandsgemeinde-Feuerwehrfest feierte man in 1988 das 60-jährige Bestehen der Freiw. Feuerwehr in der schönen Hochwaldgemeinde. 1989 beschloss der Verbandsgemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Werner Angsten, für die Freiw. Feuerwehr Waldweiler ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug und eine Tragkraftspritze anzuschaffen. Zu den Investitionskosten von 110.000 DM gewährte die Provinzial-Feuerversicherungsanstalt Düsseldorf einen Zuschuss von rd. 25.000 DM, so dass von der Verbandsgemeinde Kell am See noch 85.000 DM aufgebracht werden musste. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde das neue Fahrzeug mit Tragkraftspritze im September 1990 den Feuerwehrkameraden übergeben.

Eine zweite große Investitionsmaßnahme der Verbandsgemeinde für die Freiw. Feuerwehr Waldweiler wurde mit dem obligatorischen Spatenstich zur Errichtung eines neuen und größeren Feuerwehrgerätehauses im Oktober 1993 eingeleitet. In zweijähriger Bauzeit wurde das Gebäude, bestehend aus einer Fahrzeughalle, einem Schulungsraum, der zentralen Kleiderkammer der Verbandsgemeinde und den notwendigen Nebenräumen errichtet, wobei sich das Land Rheinland-Pfalz mit einem Zuschuss von 160.000 DM beteiligte. Auch die Feuerwehrkameraden blieben nicht tatenlos; sie erbrachten Eigenleistungen in einem Umfang von etwa 1.300 Einsatzstunden, wie Bürgermeister Angsten anlässlich der Schlüsselübergabe im September 1995 zu berichten wusste.

Im Mai 1994 wurde voraussichtlich zum letzten Male ein Fest der Freiw. Feuerwehr Waldweiler als Zeltfest gefeiert, denn zur gleichen Zeit war die Bürgerhalle bereits im Rohbau; der Vorplatz wurde nur noch für diese Veranstaltung erhalten. Verbunden mit den Feierlichkeiten war  die Feuerwehr zugleich Ausrichter des zweiten Seniorennachmittages der Verbandsgemeinde Kell am See. Bemerkenswert sei die perfekte Organisation an allen Veranstaltungstagen zu erwähnen.

Am 07.04.2000 wurde Wehrführer Werner Adams nach 16-jähriger Amtstätigkeit verabschiedet. In seine Nachfolge trat Gerhard Raul. Zum Jahresende 2002 war die Freiwillige Feuerwehr Waldweiler mit den folgenden Gerätschaften und Ausrüstungsgenständen ausgestattet:

1 Tragkraftspritzenfahrzug TSF bestückt mit

  • Pumpe TS 8/8
  • Funkgerät
  • 4 Umluft-Unabhängige Atemschutzgeräte
  • 4-teilige Steckleiter
  • Motorsäge
  • Kübelspritze
  • Schaumausrüstung
  • 3 Handfunkgeräte 2m-Band
  • 120 m B-Schlauch
  • 150 m C-Schlauch
  • 30 Nomex-Schutzjacken
  • alte Pumpe TS 8/8 aus dem Jahre 1956
  • 6 Funkmeldeempfänger

Ein Teil dieser Ausrüstungsgegenstände wurde aus Zuschüssen von der Ortsgemeinde, der Jagdgenossenschaft und aus Eigenmitteln der Freiwilligen Feuerwehr Waldweiler finanziert.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass sich die Feuerwehr auch aktiv in der örtlichen Gemeinschaft engagiert. So hatte sie in den 1980er Jahren neue Spielgeräte für den Kinderspielplatz hergestellt und an den vorhandenen Spielgeräten umfangreiche Reparaturarbeiten ausgeführt. Bereitwillig übernimmt die Feuerwehr all-jährlich verschiedene Dienste für die Ortsgemeinde (Maibaumaufstellung, Volkstrauertag und Fahrdienst am Seniorentag) und die Kirchengemeinde (Mithilfe an Pfarrfesten, Verkehrsregelung und Fahnendienst anläßlich der Michaelsprozession bzw. an Fronleichnam).